Freitag, 7. Dezember 2012

Ein Kuss für Oscar Wilde (Pére Lachaise, Paris)

Das Grab von Oscar Wilde war bis letztes Jahr etwas ganz besonderes. Tausende Frauen haben dem Schriftsteller ihre Ehre erwiesen, indem sie den Grabstein küssten.



Oscar Wilde, der irische Schriftsteller, der vor allem wegen seiner scharfzüngigen Aphorismen und seinem Werk "Das Bildnis des Dorian Gray" berühmt wurde, starb im Jahr 1900 einsam und völlig verarmt in Paris. Er wurde später auf dem berühmten Friedhof Père Lachaise unter dem monumentalen Grabstein des Bildhauers Jacob Epstein beigesetzt. Diesen Grabstein zierten seit etwa den 1990er Jahren nicht nur der steinerne fliegende Engel, sondern auch hunderte Lippenstiftküsse, letzte Grüße und ein Meer von Blumen seiner Bewunderer.


Ich habe den Friedhof in den letzten Dezembertagen vor einigen Jahren besucht, der Himmel war weiß und schwarze Raben flogen zwischen den beeindruckenden Grabsteinen und Engeln umher.
Mit einem Lippenstift in der Tasche und voller Vorfreude haben wir einen ganzen Tag auf dem Friedhof verbracht, ein Besuch der eigentlich gar nicht so lange dauern sollte.
Schließlich das Grab von Oscar Wilde. Ich fand es sehr ergreifend zu sehen, wieviel Ehrerbietung und Bewunderung dem Schriftsteller über ein Jahrhundert nach seinem Tod noch zuteil wurde.
Und dann..


... hab ich es auch getan!
Merkwürdiges Gefühl, einen Grabstein zu küssen, schön mit einem Kribbeln im Bauch und dem Gedanken nach Hause zu gehen "Ich habe gerade Oscar Wilde geküsst!!".

Diese Tradition ist leider seit 2011 vorbei. Wie hier im Spiegel Artikel beschrieben, wurde der Stein komplett gesäubert und mit einer Glasplatte versehen, da das Fett der Lippenstifte den Stein beschädigt haben soll.

Dieses Grab spielt in der Episode von Wes Craven in dem Film Paris je t'aime die Hauptrolle und auch Oscar Wilde wird hier nochmal zum Leben erweckt.

Kommentare:

  1. Ich hätte ihn auch geküsst! Einem Genie wie ihm muss man einfach huldigen!
    Es ist schade, dass es niemand vergleichbares in unserer Zeit mehr gibt!

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  2. Was für eine schöne Tradition. Davon habe ich bislang nichts mitbekommen. Und auch wenn es sich sicherlich komisch anfühlen würde, ich würde ihn auch küssen.

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  3. oh ich war dieses Jahr zweimal in Paris und ich war auch beide Male auf dem Père Lachaise, da ich die Gräber von Edith Piaf und weiteren Berühmtheiten besucht habe. Ohh der Friedhof ist so schön, ich liebe diese alten Alleen. Natürlich war ich auch am Grab von Oscar Wilde und fand diese Acrylplatte die sie da ringsherum angebracht haben, furchtbar. Man sieht kaum noch was, da sie total zerkratzt und beschmiert ist. Ist zwar doof, aber wenn es dem Schutz dient...
    Meine Mama, ein großer Doors Fan, fand es auch sehr schade, dass das Grab von Jim Morrison weiträumig abgesperrt wurde. Vor ein paar Jahren konnte nach direkt ans Grab gehen. Dieses Mal musste sie ihre mitgebrachten Blumen werfen.
    LG Marie

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  4. Eigentlich schade das man diese Tradition nicht mehr fortsetzten kann. Ich finde so etwas ist ein schönes Andenken, vor allem da es immer weitergegeben werden kann und immer neue Lippenabdrücke dazu kommen konnten.

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  5. Ach, ich liebe Oscar Wilde...schade, dass diese Tradition nicht mehr fortgesetzt werden kann.
    Super Blog hast du übrigens.
    Alles Liebe von Lena<3

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  6. Ist ja cool :o Die Tradition ist der Hammer :) Und es sieht toll aus :)

    Hoffentlich wird von mir auch mal eine Statue angefertigt, die dann jeder küsst *o* :D

    Liebe Grüße :)

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